Mein Kind isst kein Gemüse

Obst und Gemüse ist gesund. Viel mehr noch, die darin enthaltenen Vitamine und Mineralien sind für uns lebensnotwendig. So wird sicher jeder zustimmen, wenn es darum geht, dass vor allem Kinder viel davon brauchen. Zum einen um ihren aktuellen Bedarf zu decken, zum anderen aber auch, um einen Grundstock zu legen. Denn je mehr man es schon als Kind gewohnt war, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren, umso leichter wird einem das auch im Erwachsenenalter fallen.

Aber nicht selten gehen Wunsch der Eltern und Geschmack der Kinder auseinander. So ist es keine Seltenheit, dass Eltern von ihren Kindern sagen, dass sie „gar kein“ Obst und Gemüse essen. Doch wie sollte man dann reagieren, um diese Tatsache doch noch zum Positiven zu ändern?

Wenn der Familientisch zum Kriegsschauplatz wirdBabynahrung

Szenen wie diese kennt sicher jede Familie mit Kindern: das Essen wird auf den Tisch gestellt, die Kinder gucken neugierig in die Töpfe, rümpfen die Nase und verkünden lauthals, dass sie das Gemüse nicht mögen. Einer der Eltern fragt, ob sie es denn schon mal probiert haben, was verneint wird. Mit einem „Wie kannst du dann wissen, dass es dir nicht schmeckt? Das wird jetzt gegessen!“ laden die Eltern eine Portion davon auf die Teller der Kinder. Und ehe man sich versieht, sitzt man nicht mehr gemütlich mit der eigenen Familie an einem Tisch und genießt das Essen, sondern befindet sich regelrecht mitten in einem Kriegsschauplatz.

Die Balance zwischen Geduld und sanftem Druck

Die Argumentation der Eltern ist nicht nur nachvollziehbar sondern auch völlig richtig. Schließlich kann man wirklich erst wissen, ob einem etwas schmeckt, wenn man es wenigstens einmal probiert hat.
Der Haken in diesem Fall ist aber, dass Druck auch immer Gegendruck erzeugt. Je mehr man ein Kind zwingt etwas zu essen, das es nicht essen möchte, desto mehr wird es sich weigern. Oder könnten Sie sich vorstellen, dass ein Kind nach Minutenlanger Verweigerung vor den Eltern doch seinen Irrtum zugibt und sagt, dass es nun doch gerne Erbsen isst?
Möchte man sich nicht um das Essen streiten, bleibt also nichts anderes übrig, als gemeinsam, möglichst auf Augenhöhe miteinander darüber zu reden. Das bedeutet, dass auch die Eltern Zugeständnisse machen, wenn etwas probiert wurde. Z. B. darf das Kind dann am Wochenende mal länger aufbleiben. Das bedeutet, man sollte sein Kind für das Probieren belohnen, dadurch kann das Kind positive Aspekte mit dem Probieren knüpfen.

Gemeinsame Entscheidungen treffen

Noch besser ist es allerdings, wenn diese Gespräche nicht nur ausschließlich dann geführt werden, wenn das Essen bereits auf dem Tisch steht. Fragen Sie ihr Kind ruhig, was es essen möchte. Oder nehmen Sie es zum Einkaufen mit, sofern das möglich ist. In der Obst- und Gemüseabteilung darf es sich dann etwas aussuchen, mit der Bedingung, dass das dann Zuhause aber auch wirklich probiert wird.
So haben die Kinder nicht mehr dieses Gefühl, dass allein die Eltern entscheiden und sie einfach zu essen haben, was sie serviert bekommen. Das macht oft schon einen großen Unterschied.

„Guck mal, das habe ich gekocht!“Babybrei selber kochen

Ganz besonders stolz sind Kinder erfahrungsgemäß, wenn sie selbst etwas gekocht haben. Also lassen Sie ihr Kind einfach mal helfen, leichte Aufgaben finden sich bei nahezu jedem Gericht. Und Untersuchungen zufolge schmeckt es Kindern nicht dann am besten, wenn das Essen lustige Namen bekommt oder irgendwie besonders ansprechend als Piratenschiff oder ähnliches präsentiert wird, sondern wenn sie selbst mitgeholfen haben, die Mahlzeit zuzubereiten. Beim kochen können Sie die Inhalte des Gerichts probieren und Ihrem Kind sagen, dass es Köche so machen.

Auszeiten ohne Diskussionen sind wichtig

Ebenfalls wichtig: zwischendurch „Waffenruhe“. Nicht nur die Kinder, auch die Eltern leiden unter den ständigen Diskussionen ums Essen und den Kampf um jeden Löffel Spinat oder jedes Stück Apfel. Vereinbaren Sie deshalb Tage, an denen das Thema Essen nicht angesprochen wird, bzw. an denen jeder essen darf, was er will, ohne das andere darüber urteilen.

„Neutrale Vermittler“

Bio BabyZudem sollte man sich auch der Tatsache bewusst sein, dass es zwischen Eltern und Kind nie nur allein ums Essen geht. Da werden auch kleine Machtkämpfe ausgetragen und Grenzen ausgetestet.
Deshalb ist es gar nicht verwunderlich, wenn Kinder im Kindergarten oder nachmittags bei einem Freund plötzlich Sachen probieren, die sie Zuhause immer verweigert haben. Statt sich zu ärgern, dass Sie stundenlang erfolglos auf ihr Kind eingeredet haben, doch auch mal Zucchini zu probieren und es nun von den Zucchini-Nudeln der Mutter seines Freundes nicht genug bekommen kann, freuen Sie sich über den Erfolg und lassen sich das Rezept geben, das dann Zuhause gemeinsam nachgekocht wird.

 

Relevante Artikel

Teilen auf